Bayerischer Tourismustag 2018 – Rückblick

Image ist Trumpf – auch im Tourismus. Denn die Wahl des Urlaubslandes, die im Reiseprozess als erstes getroffen wird, hängt maßgeblich von dem Bild einer Destination ab, das in den Köpfen potentieller Reisender vorherrscht. Für das Bayern-Bild war und ist die seit Jahrhunderten vorherrschende Wirtshauskultur ein entscheidender Aspekt.

„Das Wirtshaus – ein Imagefaktor für den bayerischen Tourismus“ lautete daher in diesem Jahr das Thema von Bayerns größter Fachtagung für Touristiker am 3. Dezember 2018 im marinaforum Regensburg.

„Das Wirtshaus war schon immer ein Ort der Begegnung, der Geselligkeit und des Austausches. Hier spielt sich das ganze Leben ab. Hier kommen Groß und Klein, Jung und Alt zusammen. Das stärkt das Miteinander auf dem Dorf wie in der Stadt“, stellt Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fest. „Das Gastgewerbe mit seinen Wirtshäusern ist wesentlicher Baustein des Tourismus. Es ist die Visitenkarte Bayerns im In- und Ausland, hier können unsere Gäste die bayerische Gastfreundschaft und unser gutes Essen genießen. Daher ist es mir ein Herzensanliegen, unsere traditionsstarke Wirtshauskultur zu bewahren und zu stärken.“

Wirtshauskultur als USP

„Gaststätten gestalten mit ihrer Geschichte, Tradition und sozialen Bedeutung die Dörfer, Städte und Regionen mit, sie sind zentraler Bestandteil des typisch bayerischen Lebensgefühls“, fügt Barbara Radomski, Geschäftsführerin der BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH (by.TM), hinzu. Das Wirtshaus prägt damit maßgeblich das Image des Reise- und Freizeitlandes Bayern und zahlt direkt auf die Dachmarke „Bayern – traditionell anders“, unter der die by.TM die touristische Vielfalt Bayerns vermarktet, ein. Im Rahmen der Content-Marketing-Strategie der by.TM bekam die Wirtshaus- und Stammtischkultur einen festen Platz in der nationalen wie internationalen Vermarktung des Reiselandes. „Über das Wirtshaus und den Stammtisch lassen sich viele weitere, wichtige und emotionsgeladene Werte vermitteln, die den Freistaat so einzigartig machen. Authentizität, Gastfreundschaft, Weltoffenheit, Geselligkeit“, zählt Barbara Radomski auf. Bei eben diesen Begriffen erzielt das südlichste Bundesland höchste Imagewerte bei Umfragen.

Diesen Zusammenhang bestätigt auch Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern und Teilnehmerin der diesjährigen Podiumsdiskussion: „Zwischen dem Tourismus und der bayerischen Wirtshauskultur gibt es ein ständiges Geben und Nehmen. Die Gasthäuser sind als Kulturgüter das weltweite Aushängeschild für Bayern.“

Die Zahlen der FUR Reiseanalyse, die das Reiseverhalten sowie die Urlaubsmotive der Deutschen erfasst und beschreibt, zeigt ebenfalls, wie wichtig das Image für Destinationen ist: 7,1 potentiell interessante Reiseziele haben die Deutschen im Kopf, Tendenz steigend. Was für den Reisenden eher ein Luxusproblem ist, wird für Destinationen zur immer größeren Herausforderung. Es gilt also, auf der gedanklichen Liste möglichst weit oben zu landen. Denn je stärker die Urlaubsmotive einer Destination in den Köpfen verankert sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Wahl auf eben diese Destination fällt.

Wirtshaus und Image in der Praxis

Zu den Rednern auf dem Bayerischen Tourismustag gehörten:

  • Markus Stoll, besser bekannt als Comedian Harry G, mit seiner Keynote „Ein Hut macht noch lange kein Image“.
  • Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, referierte darüber, „Wie Bayern Destination des Welttourismus wurde und was Bier- und Wirtshauskultur damit zu tun haben“.
  • Die Zukunfts- und Trendforscherin Anja Kirig blickte mit ihrer „Trendverortung: Tradition und Authentizität 2030“ in die Zukunft und entwickelte „Thesen und Handlungsempfehlungen für Tourismusdestinationen und -marketing“.
  • „Das Hofbräuhaus – ein Erfolgsmodell bayerischer Wirtshaustradition im In- und Ausland“ war die Überschrift des Vortrags von Dr. Michael Möller, Direktor Staatliches Hofbräuhaus.
  • Paul Daly als Vertreter für Tourism Ireland, der Einblicke in „Die Pubkultur als Imagefaktor Irlands“ gab.

Abgerundet wurde das Programm von einer Podiumsdiskussion, an der Dr. Sabine Jarothe, Abteilungsleiterin Tourismus im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Angela Inselkammer, Dr. Richard Loibl, Dr. Michael Möller und Stefan Dettl von der Band LaBrassBanda teilnahmen. Der Besuch des neuen Museums der Bayerischen Geschichte am Donaumarkt Regensburg bildete das Schlusslicht des Veranstaltungsprogramms.

 

Impressionen zum Bayerischen Tourismustag 2018: