Staatssekretär Franz Josef Pschierer ``Bayern ohne Barrieren``

Lesen Sie hier einen Namensbeitrag von Staatssekretär Franz Josef Pschierer über die Herausforderungen und Bestrebungen der Politik, Barrieren abzubauen und Reisen für alle ohne Einschränkungen zu ermöglichen.

Mit dem Programm „Bayern barrierefrei 2023“ wollen wir allen Menschen die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und bei der Bewältigung ihres Alltags helfen. Auch das Thema Reisen und der damit verbundene Wunsch nach Erholung, Entspannung und einer sinnvollen Freizeitgestaltung zählen zu den Grundbedürfnissen vieler Menschen. Hier setzt das Kennzeichnungssystem ‚Reisen für Alle‘ an.

Angesichts ungebrochener Attraktivität Bayerns – sowohl national als auch international – muss das Informations- und Kommunikationsangebot aber noch transparenter und detaillierter werden. Denn gerade die Recherchearbeit stellt für einen auf Barrierefreiheit angewiesenen Gast einen erheblichen
Aufwand dar und entscheidet über das Ob, Wo und Wie einer Reise. Zuverlässige, zertifizierte und detaillierte Angaben in einer zentralen Datenbank bieten dabei eine wichtige Unterstützung. Mit dem deutschlandweit einheitlichen Kennzeichnungssystem ‚Reisen für Alle‘ beschreiten wir diesen Weg.

In Bayern haben viele Destinationen das Zepter des Handelns längst in die Hand genommen und die Bedürfnisse älterer, aktivitäts- oder mobilitätseingeschränkter Gäste in den Mittelpunkt gestellt. Einmal im Bewusstsein ist es leichter, Herausforderungen, wie unüberwindbare Zugänge, fehlende akustische Signale oder intransparente Informationen, schneller zu erkennen und zu beseitigen. Zehn Pilotdestinationen aus Bayern sind derzeit dabei, eine Vielzahl an Angeboten mit geschlossenen barrierefreien Serviceketten zu entwickeln und in die Informations- und Marketingkonzepte der Bayern Tourismus Marketing GmbH (by.TM) einzubinden.

Erfolge im barrierefreien Tourismus sind nur möglich, wenn alle am Tourismus Beteiligten an einem Strang ziehen. Mein Dank gilt daher vor allem den Behindertenverbänden und den Destinationen, die bei der Entwicklung der Anforderungen und Signets mitgearbeitet haben. Ihre Erfahrungen sind unverzichtbar und bieten die Chance, dass möglichst viele der bisherigen Initiativen in die neue Kennzeichnung eingebunden werden.
Unser Ziel war es, die nötigen Anreize zu setzen, damit schnell entlang geschlossener Serviceketten Angebote entstehen und sichtbar werden.

Es ist Frau Staatsministerin Ilse Aigner und mir ein besonderes Anliegen, das Kennzeichnungssystem ‚Reisen für Alle‘ rasch und flächendeckend in Bayern anzubieten. Deshalb freut es mich, dass die Anreize, die wir setzen, so umfassend angenommen werden. Die vier Erheberplätze sind bereits vergeben, die zehn ersten Pilotregionen wurden ausgewählt und der Wettbewerb um die ersten 100 kostenfreien Zertifizierungen ist nahezu entschieden. Bereits Mitte November haben in allen Regionen erste Sensibilisierungsschulungen stattgefunden. Dabei wurden rund 70 Teilnehmer im Rahmen von ganztägigen Seminaren mit dem Thema ‚Reisen für Alle‘ mit all seinen Aspekten vertraut gemacht.
Der Stein wurde durch die Anschubfinanzierung ins Rollen gebracht, aber es gibt noch viel zu tun! Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den touristischen Partnern Bayerns den barrierefreien Tourismus weiter voranzubringen. Denn auch und besonders in diesem Bereich gilt der Grundsatz der bayerischen
Tourismusfamilie: Gemeinsam sind wir stark!

Quelle: da.by Magazin 2/2015